Persönlich

Warum ich UX/UI Designer geworden bin und eine Leidenschaft für das entwickelt habe, was ich tue

In diesem Artikel erzähle ich Dir kurz meine Geschichte und beschreibe, was mich täglich antreibt. In meinem persönlichen Blog möchte ich in Zukunft Einblicke in meine Arbeit als Designer geben, aber auch ganz persönliche Erlebnisse und Erfahrungen teilen, die auch für Dich interessant sein könnten – egal in welcher Situation Du Dich gerade befindest. Als Nebeneffekt erhoffe ich mir, meine Schreibskills zu verbessern. 🙂

Dies ist also der Beginn meines persönlichen Blogs. Und wie könnte ich besser starten, als zuerst einmal einige Hintergrundinfos über mich, meine Motivationen, Leidenschaften, persönlichen Ziele und Wünsche für die Zukunft zu teilen?

Meine frühe Begeisterung für die Gestaltung von Dingen.

Schon als Kind habe ich es geliebt, Dinge, die zunächst nur in meiner Vorstellung existierten, zu erschaffen. Ich habe beispielsweise ohne Baupläne LEGO Objekte gebaut, von Autos über Raumschiffe bis hin zu technisch aufwändigen Konstruktionen. Ich habe mich dafür begeistert, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und aus einem (teilweise begrenzten) Repertoire an LEGO-Steinen meine Vorstellungen Realität werden zu lassen. Neben LEGO habe ich außerdem leidenschaftlich gern gemalt und gezeichnet, eine damals für mich sehr praktische Möglichkeit, meine Gedanken und Ideen zu visualisieren. Mit 13 Jahren habe ich dann meine erste Webseite gebaut und dabei einfache HTML-Strukturen selbst gecodet.

Über Umwege zum Designstudium.

Bis zu meinem Abitur wusste ich nicht, dass es so etwas wie ein Designstudium mit dem Schwerpunkt Mensch-Computer-Interaktion überhaupt gibt. Dank meiner guten Leistungen in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe und Physik war es irgendwie naheliegend, so wie viele meiner ehemaligen Klassenkameraden, ein Studium im technischen Bereich zu beginnen. Damals habe ich aus meinem Umfeld heraus sehr viele Empfehlungen erhalten, doch einen Weg im Ingenieurwesen einzuschlagen. Die Berufsaussichten seien ausgesprochen gut – und Deutschland ist ja bekanntlich das Land der Ingenieure, richtig?

Mir war damals schon klar, dass ich – egal welchen Weg ich einschlagen würde – auch kreativ und designorientiert arbeiten wollte. Das Studium der Medientechnik an der TU Kaiserlautern schien mir ein guter Kompromiss zwischen Technik- und Designstudium zu sein. Ich habe allerdings schnell bemerkt, dass der Schwerpunkt des Studiums im Technischen lag. Die Gestaltung hatte fast kein Gewicht. Ich lehne mich wahrscheinlich nicht zu weit aus dem Fenster mit der These, dass „human-centered design” zu dieser Zeit für die meisten Ingenieure in Deutschland noch kein geläufiger Begriff war. Dass die TU Kaiserslautern eine durch und durch technische Universität ist, wurde mir dann in zahlreichen Situationen vor Augen geführt: Eigentlich einfache Abläufe und Prozesse, wie die Anmeldung zu Kursen und Veranstaltungen oder auch das Ausdrucken von Dokumenten an der Universität, waren unglaublich kompliziert gestaltet. Komplexe Anleitungen mussten im Detail studiert werden – ein technisches Grundverständnis wurde vorausgesetzt. Ich habe einen immer stärkeren inneren Drang verspürt, einen grundlegend neuen Weg einzuschlagen. Einen, der das Leben der Menschen einfacher und nicht komplizierter machen würde.

Das war der Moment, in dem ich für mich erkannt habe, dass es keinen Grund gibt – und es sogar schädlich sein kann – Prozesse oder Technologien so zu gestalten, dass sie kontraintuitiv sind oder sogar Menschen ausschließen, die keine Experten sind. Aus diesem Grund habe ich mich nach zwei Semestern entscheiden, mein Studium an der TU Kaiserslautern zu beenden und einen neuen Weg einzuschlagen. Für mich stand außer Frage, dass ich meine neuen Ziele mit einem Designstudium erreichen könnte.

Mein nicht-geradliniger Karriereweg. © Andreas Kuhnen

Mein Designstudium und ob ich mich noch mal dafür entscheiden würde.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und obwohl das als Kind viele Vorteile hatte – die Nähe zur Natur und die Möglichkeit, viel Zeit im Freien zu verbringen – ging ich intuitiv davon aus, dass ein Designstudium in einer Großstadt relevanter sein würde. Damals bestanden viele Aufnahmeprüfungen in Deutschland noch darin, eine Mappe einzureichen, die hauptsächlich künstlerische Arbeiten enthielt.

Ich bewarb mich an der Köln International School of Design in Köln, einer international gut vernetzten Designhochschule mit einem damals einzigartigen Studienkonzept. Für die Zulassung musste ich keine Mappe einreichen, sondern eine offene Gestaltungsaufgabe auf möglichst unkonventionelle Weise lösen. Nach bestandener Prüfung und erfolgreichem Aufnahmegespräch studierte ich „Integrated Design”. Später vertiefte ich mein Studium in Typografie & Layout, Motion sowie Interaction Design und absolvierte ein Auslandssemester an der Parsons The New School of Design in New York City – eine auch im Nachhinein sehr spannende Zeit.

Spaziergang in Manhattan, NYC. © Andreas Kuhnen

In meinem Studium habe ich gelernt, Design ganzheitlich zu begreifen, dass in allen von Menschen geschaffenen Objekten und Artefakten eine Designleistung steckt. Die Bewertung der Designqualität kann dann natürlich anhand bestimmter Kriterien erfolgen. Diese können natürlich technischer Natur sein. Wenn aber das Merkmal „human-centered”, also nutzerzentriert, ein wichtiger Maßstab ist, dann lässt sich sagen, dass sehr viele Dinge des täglichen Lebens nicht gut gestaltet sind. Als Designer habe ich gelernt, dass jedes einzelne dieser „Probleme” auch als Chance gesehen werden kann. Im Laufe der Jahre habe ich mir Methoden und Fähigkeiten angeeignet, um aus diesen Chancen überzeugende Lösungen zu entwickeln.

„Im Rückblick schafft ein Studium Raum zum Experimentieren und damit die Möglichkeit zur persönlichen Orientierung und Entwicklung.“

Richtungswechsel im Berufsleben stelle ich mir weitaus schwieriger vor. Mein Studium war reich an spannenden Eindrücken und Erfahrungen. Andererseits bin ich davon überzeugt, dass ein Studium keine zwingende Voraussetzung für die persönliche Entwicklung ist, gerade als Designer. Eigenschaften wie Neugier, Experimentierfreude und Lernbereitschaft sind aus meiner Sicht wichtiger und reichen aus, um mithilfe von Mentoren oder autodidaktisch im beruflichen Umfeld voranzukommen und als Designer zu wachsen.

Mein Werdegang als UX/UI-Designer.

In meiner Abschlussarbeit habe ich mich mit interaktiven Infografiken und emotionaler Mensch-Maschine-Interaktion beschäftigt. Für mich persönlich sehr spannende Themen, die letztlich auch Einfluss auf meine Berufswahl hatten. Das Feld des UX/UI Designs schien mir damals naheliegend, da es mir ermöglichte, reale (wenn auch größtenteils digitale) Produkte zu entwerfen, die Menschen tatsächlich nutzen. In der Gestaltung digitaler Artefakte in einer zunehmend technologischen Welt sah ich ein enormes Potenzial, das Leben einfacher, besser, schöner und damit für viele Menschen lebenswerter zu gestalten. Bei all meinen Entscheidungen, die meinen Weg maßgeblich prägen, stelle ich mir immer die folgenden Fragen:

  • Mache ich wirklich gerne, was ich tue?
  • Wenn nicht, was muss ich ändern?
  • Mit welchen Menschen würde ich gerne zusammenarbeiten?
  • Wie kann ich mit meiner Arbeit den größten Mehrwert schaffen?
  • Welche neuen Dinge möchte ich lernen?
  • Lebe ich den Lebensstil, den ich mir wünsche?

Diese Fragen helfen mir, meinem inneren Kompass zu folgen und auch große Entscheidungen mit voller Überzeugung zu treffen. Es hat mich viel Zeit gekostet, jedes Risiko auch als Chance zu begreifen und Ungewissheiten zuzulassen. Rückblickend haben sich große Wagnisse für mich in der Vergangenheit oft ausgezahlt. Auch meine Selbstständigkeit begann mit einer großen Entscheidung im Juli 2021. Nach vielen Jahren als angestellter UX/UI-Designer traf ich die folgenschwere Entscheidung – trotz eines sehr guten Jobs, toller Chefs und eines großartigen Teams – meinen eigenen Weg zu gehen und meinen eigenen Werten, Idealen und Überzeugungen zu folgen. Obwohl ich für meine bisherigen Erfahrungen sehr dankbar bin, bin ich mit dieser Entscheidung bis jetzt sehr glücklich. Ich werde diesen Blog nutzen, um meine Erfahrungen als freier Designer mit Dir zu teilen, neben Artikeln über aktuelle UX/UI Design Themen.

Wenn Du daran interessiert bist, wie meine Reise weitergeht, kannst Du mir gern auf meinen Social-Media-Profilen (Instagram, Dribbble) folgen. Ich werde Updates meines Blogs auf LinkedIn veröffentlichen.

Es freut mich sehr, dass du meinen Post bis hierhin gelesen hast. Falls diese Einblicke hilfreich für dich waren, teile den Artikel gern in deinem Netzwerk. Falls du konkrete Fragen oder Anmerkungen hast, schreib mir einfach eine Nachricht.

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